Günter Landbeck Excellence Award

Bahnbrechende Erkenntnisse, innovative therapeutische Ansätze, neue Perspektiven –
das zeichnet die Gewinnerarbeiten des Günter Landbeck Excellence Awards aus.
Erfahren Sie alles über die Gewinner 2017 und
die Highlights des Hamburger Hämophilie Symposions.

Ausgezeichnete Hämophilie-Forschung:
Der Günter Landbeck Excellence Award

Der Günter Landbeck Excellence Award (GLEA) wurde 2013 ins Leben gerufen. 2017 wird er zum fünften Mal im Rahmen des jährlich stattfindenden Hamburger Hämophilie Symposions verliehen.

Der Preis umfasst Forschungen aus dem Themenfeld der hämorrhagischen Diathesen und gliedert sich traditionell in zwei Bereiche: Experimentelle und Klinische Arbeiten. Er richtet sich an Nachwuchswissenschaftler, Forscher und Kliniker, die sich mit Erkrankungen des Blutgerinnungssystems beschäftigen.

Die eingereichten Arbeiten werden von einer wissenschaftlichen Jury unter dem Vorsitz von Prof. Reinhard Schneppenheim beurteilt. Ausgezeichnet werden richtungsweisende Forschungen, die neue Perspektiven in Diagnostik, Therapie und Verständnis von Gerinnungsstörungen eröffnen.

Der Günter Landbeck Excellence Award ist mit insgesamt 50.000 Euro dotiert und wird vom Biotechnologie-Unternehmen Shire unterstützt. Die Auszeichnung ist zweckgebunden und dient der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.

2017 findet das 48. Hamburger Hämophilie Symposion statt. Das Symposion gibt Forschern aus ganz Europa seit fast fünf Jahrzehnten die Möglichkeit zum wissenschaftlichen Austausch.

Hämophilie damals, heute und in Zukunft

Hämophilie ist eine genetisch bedingte Störung der Blutgerinnung und zählt zu den hämorrhagischen Diathesen. Die häufigsten angeborenen Formen sind Hämophilie A (fehlender Gerinnungsfaktor VIII) und B (fehlender Gerinnungsfaktor IX). Beide Formen werden x-chromosomal rezessiv vererbt. Daher erkranken hauptsächlich Männer.

Während die Erkrankung bis in die 60er Jahre einen frühen Tod und lebenslanges Leid bedeutete, können Hämophilie-Patienten heute dank intensiver medizinischer Forschungen und den daraus resultierenden Fortschritten ein annähernd normales Leben führen.

Hämophilie wird durch die Gabe von konzentrierten Gerinnungsfaktoren behandelt. Dabei hat sich mittlerweile eine prophylaktische Gabe im Gegensatz zur On-Demand-Substitution etabliert. Die regelmäßige Gabe von Faktorkonzentraten soll Spontanblutungen in Muskeln und Gelenken vorbeugen und die damit verbundenen Langzeitschäden minimieren.

Hämophilie ist bis heute nicht heilbar. Neue therapeutische Konzepte lassen jedoch hoffen, dass sich das Leben der Patienten in Zukunft weiter verbessern lässt.

Logo des Günter Landbeck Award

GLEA geht ins fünfte Jahr

Professor Günter Landbeck (1925-1992) war Direktor der Abteilung für Blutgerinnungsforschung und Onkologie der Kinderklinik des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf. Der nach ihm benannte Award wird 2017 zum fünften Mal verliehen.

Begründer des Günter Landbeck Excellence Awards: Professor Günter Landbeck

Professor Günter Landbeck: Ein Leben für die Wissenschaft

 

Professor Günter Landbeck (1925-1992) hat sich zeitlebens für das Schicksal von Kindern eingesetzt, die an chronischen oder lebensbedrohlichen Erkrankungen leiden. Bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1990 war er am Universitätskrankenhaus Hamburg-Eppendorf tätig, unter anderem als Direktor der Abteilung für Blutgerinnungsforschung und Onkologie am dortigen Kinderklinikum.

Einen Großteil seiner wissenschaftlichen Karriere hat Professor Landbeck der Erforschung von Erkrankungen des Blutgerinnungssystems gewidmet. Mit seiner Arbeit hat er die Forschung auf diesem Gebiet entscheidend vorangetrieben und das Leben vieler Patienten verbessert. Viele seiner Erkenntnisse sind bis heute gültig.

Prof. Landbeck hat sich stets für die Belange von Menschen mit Hämophilie engagiert – nicht nur als Mediziner. Ein besonderes Anliegen war ihm die umfassende Aufklärung der Patienten. Auch der wissenschaftliche Austausch unter Forschern lag ihm am Herzen. 1970 gründete er das „Ärztliche Hämophilie-Symposion“ in Hamburg. Er stand dem Symposion 22 Jahre lang vor und begleitete seine Entwicklung zu einem europaweit anerkannten wissenschaftlichen Forum.